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NOMAD • The Art of Losing It // Bilder // Downloads

NOMAD WHO? NOMAD WHAT?

NOMAD ist ein international agierender Street Art Künstler, der seit einigen Jahren in Berlin lebt. Sein Name, abgeleitet vom Nomadentum, entspricht auch seinem Lebensstil. Er ist kein Verrückter (engl. no mad), sondern ein Reisender, der nie länger als für ihn nötig an einem Ort verweilt. Die internationale Street Art Szene ist durch ein lebendiges Netzwerk miteinander verbunden. Viele Street Art Künstler stehen in regem Kontakt zu ihren Kollegen aus aller Welt, um sich auszutauschen und international Projekte zu planen. So finden regelmäßig in den Metropolen der Welt mehrtägige Treffen statt, deren Ziel es ist, sich gemeinsam „die Straße zurück zu erobern“. Ergebnisse solcher Aktionen unter NOMADs Beteiligung sind beispielsweise in Barcelona, Göteborg und Reykjavikzu sehen.

In NOMADs Werken spiegelt sich das Leben selbst in allen Facetten, Gegensätzen und seiner Vergänglichkeit wider. Dabei spielt der lokale Bezug eine wichtige Rolle. Er kommuniziert und spielt in seinen Arbeiten mit dem öffentlichen Raum und setzt so Kontraste ins vordiktierte Stadtbild. Die Ergebnisse werden der Straße überlassen, wo sie nicht nur öffentlicher Kritik sondern auch möglicher Zerstörung ausgesetzt sind.

So entstehen Arbeiten voller Tragik und Humor, wie zum Beispiel  „Reggie der Totenkopf-Hase“, der in seiner Symbolik sowohl das Leben, als auch den Tod thematisiert (Totenkopf= Todessymbol, Hase= Symbol für Fruchtbarkeit). Auch die gestreifte Katze „Felix“, die einen kleinen Vogel hält, lässt Raum für Assoziationen: Will sie ihn gleich fressen, oder etwa nur beschützen? Worauf macht uns „Mr. Friendly“ aufmerksam, wenn er uns halb aus einem Monstermaul herausragend ein „It`s a pleasure“ zuruft?

Nicht immer lassen die naiv-putzigen Protagonisten eindeutige Interpretationen zu. Sie transportieren Fragestellungen und Aufforderungen in den öffentlichen Raum, die uns zum Nachdenken, Schmunzeln, Staunen und Empören anregen sollen. Sie setzen Gewalt Zärtlichkeit entgegen oder teilen uns einfach nur mit, dass das Leben immer auch schöne Seiten hat - egal in welcher Situation wir uns gerade befinden.

NOMADs Stil zeichnet sich durch Einfachheit und Reduktion in der Darstellung aus. Seine Arbeitsweise ermöglicht ihm schnell und spontan auf die jeweilige Umgebung und Situation zu reagieren. Mit nur wenigen Markerstrichen entstehen so auf verwaisten Kühlschränken, Spanplatten, Haustüren und Wänden seine kleinen poetischen Botschaften.

The Art Of Losing It

Der Titel der Ausstellung „The Art of Losing It“ erklärt sich aus dem Prinzip der Vergänglichkeit von Street Art. An einem Hauseingang tauchen Zeichen auf, während sie anderorts wieder beseitigt werden; Street Art ist Teil des dynamischen Veränderungsprozesses im öffentlichen (Großstadt-)Raum. Die Arbeiten auf der Straße sind abhängig von ihrer Umgebung und kommunizieren mit anderen Zeichen, die den Ort ausmachen.

In seiner ersten Einzelausstellung werden NOMADs Arbeiten in einer ungewohnten Dichte präsentiert. In einem klar definierten Raum setzt er sich nach den Regeln der Street Art mit dessen vorhandenen Strukturen auseinander, jedoch ist – im Unterschied zur Straße – in der Ausstellung eine enge Beziehung zwischen den einzelnen Arbeiten möglich.

Die eigens für den Ausstellungsraum gefertigten Werke sind teilweise in seine Oberfläche eingearbeitet. Dabei spielen die auf der Straße angewandten Techniken (Graffiti, Plakate, Sticker) ebenso eine Rolle, wie die sich im Innenraum eröffnenden Möglichkeiten andere Medien (Fotografie, Objekte, Projektionen) mit ein zu beziehen. Einige Objekte sind an den Ort ihrer Entstehung gebunden und existieren nur für die Dauer der Ausstellung. Andere funktionieren dagegen auch im Straßen-Kontext, scheinen sogar direkt diesem entnommen zu sein. Als bearbeitete Fundstücke in Kombination mit ausgewählten Fotodokumentationen von Street Art spiegeln sie die Straße wider. Im Raum verknüpft fügen sich die einzelnen Elemente zur übergreifenden Installation zusammen, in der NOMAD sein bisheriges Schaffen reflektiert und gleichzeitig Stellung zur Entwicklung von Graffiti bis zum heutigen Tage bezieht.

Die komprimierte Darstellung eines Künstlers, dessen Arbeiten normalerweise lose über die Stadtfläche verteilt sind, regt den Betrachter an, seine tägliche Umgebung genauer wahrzunehmen und die flüchtigen Zeichen in seinem Umfeld zu erkennen.

Zitat des Künstlers: „Ich sehe die Chance in einer Galerie auszustellen als eine Chance Menschen dazu zu inspirieren, die Straße und ihre Bilder und Schriften zu lesen.“

Die Zeichen sind überall, man muss sie nur entdecken.